Meine lieben Gäste,

Prof. Dr. Martin Zeier aus dem Nierenzentrum in Heidelberg hat mal einen bemerkenswerten Spruch über meinen langen Dialyse-Lebensweg und meiner Einstellung zur Dialyse und Transplantation ausgesprochen:

„Ein harter Weg, der Anerkennung verdient und zum Nachdenken anregt.“

Vor 40 Jahren hätte kein Mensch auf der Erde jemals gedacht, dass es möglich ist, dass man so lange ohne eigene Nierenfunktion überleben kann. Die Ärzte damals 1970, wussten es nicht und sagten meinen Eltern eine Überlebenszeit bei Kindern von max. 2 Jahre voraus. Die Hämodialyse stand noch in den Kinderschuhen, wie man so schön sagt.
Die Erfahrung fehlte bei Erwachsenen, geschweige denn bei Kindern. Nur 10 Jahre zuvor wurde erstmals ein Mensch – sein Name war Clyde Shields, ein Maschinist bei Boeing, in Seattle von Prof. Belding Scribner über einen längeren Zeitraum dialysiert.

Eine sog. Dialysemaschine, die natürlich nicht viel mit der heutigen Dialysemaschine gemeinsam hatte (außer das Prinzip der Eliminierung der Giftstoffe im Körper), gab es schon seit 1924. Dr. Haas und später Dr. Möller und schließlich Dr. Kolff hatten bescheidene Erfolge mit ihrer „Künstlichen Niere“. Das Problem war, dass man keine Möglichkeit hatte, langfristig an das fließende Blut des Patienten zu gelangen.

Prof. Scribner hatte, wie schon erwähnt, 1960 einen Gefäßanschluss, den sog. Scribner Shunt entwickelt, mit dem man Menschen, die eine chronische terminale Niereninsuffizienz hatten, längerfristig dialysieren konnte. Vorher gab es keine Möglichkeit für den chronisch kranken Nierenpatienten; die Menschen mussten an einer urämischen Vergiftung sterben.

Dr. H. W. Schüler

Gerade einmal 7 Jahre später, 1967, hatten Prof. Lars Röhl und Dr. Hans Wolf Schüler in Heidelberg die Idee, Kinder, die im Endstadium einer Niereninsuffizienz waren, ihr Leben durch das Hämodialyseverfahren zu retten. Dr. H. W. Schüler war der Wegbereiter der Dialyse für Kinder unter 14 Jahren in Deutschland. Natürlich wusste damals noch niemand die Folgen: Er kam bei vielen Ärzten in Missgunst, weil man damit zu rechnen hatte, dass bei Kinder kardialen Problemen auftreten könnten und man erwartete längerfristig große Komplikationen mit dem Wachstum durch Hormonstörungen. Die Scribnershunts waren außerdem oft infiziert und es bildete sich immer Blutgerinnsel im Schlauch. i Man wusste noch nicht so genau, ob außer den Giftstoffen weitere lebenswichtige Stoffe aus dem Blut durch die damals altertümliche Spulenniere entfernt wurden. Aber Dr. Schüler und Prof. Röhl ließen sich nicht beirren und führten die Hämodialyse bei Kindern weiter fort, was natürlich mein Glück war, sonst wäre ich bekanntlich heute nicht hier. Dr. Schüler war „der Wegvorbereiter“ für meine 40 Jahre Dialyse.
Leider kann heute seine Frau Dr. Schüler nicht da sein. Ich danke auch Frau Dr. Schüler, die damals die Kinderstation in der Chirurgie unter sich hatte und viel für uns Dialysekindern getan hat.

Danke an Dr. Hans Wolf Schüler

Professor Dr.Dr.med.h.c.mult. Eberhard Ritz

Nicht nur der Urologe Prof. Dr. Lars Röhl und der Chirurg Dr. Hans Wolf Schüler in der Chirurgie sondern auch die Mediziner Dr. Eberhard Ritz und Dr. Bommer aus der damaligen Krehl-Klinik machten Heidelberg in den 60iger und Anfang der 70iger Jahren in internistischen und urologischen Kreisen bekannt. Sie hatten eines der ersten Heimdialysezentren in Deutschland und als Vorbild und in Anlehnung an das erste Heimdialysezentrum in Seattle gegründet.

Ich erinnere mich noch ganz genau, dass ich von Dr. Ritz 1971 eine Beckenkammbiopsie gemacht bekam. Ich hatte auch Patienten aus der Krehl Klinik gekannt und weiß daher, dass Dr. Ritz sehr beliebt bei seinen Patienten war. Die Überlegung Heimdialysetraining mit meiner Mutter zu machen, war auch schon 1971 im Gespräch gewesen.

Prof. Dr. E. Ritz hat sich schon seit mehr als 40 Jahren einen Namen in ganz Deutschland gemacht, da er sich der Forschung rund um die Nieren und ableitenden Harnwegen beschäftigt hat. Damals war Heidelberg in Deutschland das Mekka für Forschung und Medizin bei Nierenerkrankungen. Auch bei Nierentransplantationen war Heidelberg in Deutschland führend.

Ärzte aus allen Teilen Deutschlands und Europas kamen, um die Ergebnisse der Heidelberger Mediziner zu studieren. Damals lernte ich auch Dr. Stanley Shaldon kennen, der sich die Dialyse bei Kindern anschaute. Dr. Shaldon ist ein Pionier in der Dialysegeschichte, der den gleichnamigen Katheder erfunden hat und schon 1961 einen Patienten für die Heimdialyse in England trainierte.

Vor 36 Jahren (korrigieren Sie mich, wenn es nicht stimmt, glaube ich) rief Prof. Ritz erstmals das Nephrologische Seminar in Deutschland ins Leben, das sich bis heute so etabliert hat, dass jährlich über 700 Nephrologen aus ganz Deutschland teilnehmen und als Information- und Bildungsplattform nutzen.

Prof. Ritz ist heute ein weltweit anerkannter und bekannter Nephrologe und Wissenschaftler mit mehrfachen Ehrendoktorwürden. Obwohl er schon im Ruhestand ist, lebt er für seinen Beruf und reist um die Welt und gibt somit durch Vorträge sein Wissen weiter. Ich durfte in diesem Jahr beim Nephrologischem Seminar die Begrüßungsworte sprechen und etwas über die Anfänge meines Dialyselebens in diesem Plenum erzählen.

Es ehrt mich sehr, und ich freue mich, dass Sie sich zeit nahmen, heute hier zu sein.

Prof. Dr. Klaus Möhring

Nun es wäre für mich unverzeihlich, wenn ich nicht in gleichermaßen Prof. Möhring für seine Hilfe danken würde. Auf meinem langen Weg hatte ich oft viele Probleme mit meiner Lebensader. Und wie schon am Anfang erwähnt, geht eine effektive Dialyse nur, wenn man einen entsprechenden guten Zugang zur Dialyse, den sog. Dialyseshunt, hat. Meine Blutgefäße waren schon immer sehr zart und für einen Shunt nicht so sehr geeignet.

Die Chirurgen Dr. Schüler und Prof. Möhring haben es immer wieder geschafft, am Anfang meiner Dialysezeit mir einen brauchbaren Zugang zu legen, damit ich an die künstliche Niere angeschlossen werden konnte. Und dies war mehr als schwierig. Außerdem fehlte die Erfahrung. Prof. Möhring war nicht nur ein begnadender Chirurg, sondern auch seine positive Ausstrahlung und seine aufmunternden Worte vor einer schwierigen Shunt-Operation liegen mir heute noch in den Ohren.

Prof. Möhring hatte lange Zeit die Transplantationschirurgie in der Heidelberger Chirurgie unter sich, die schon immer in Deutschland einen guten Ruf genossen hat. Wie er mir kürzlich sagte, wird seine große Erfahrung und Können noch in seinem wohlverdienten Ruhestand geschätzt und somit letztendlich zum Nutzen von uns Patienten

Prof. Dr. W. D. Brittinger

In Deutschland hatte sich 1976 Prof. Brittinger in Neckargemünd niedergelassen und begonnen, Dialyseshunts zu operieren. Sehr schell merkte man, dass er die schwierigsten Dialyseshunts bei Patienten mit Gefäßproblemen erfolgreich durchführen konnte.

Auf meinem langen Lebensweg hatte ich vor 30 Jahren massive Probleme mit meiner Lebensader. Das natürliche Substrat an Venen war verbraucht oder so geschädigt, dass sie für einen Shunt aus eigenen Gefäßen nicht mehr zu gebrauchen war. Man empfahl mir, Prof. Brittinger in Neckargemünd aufzusuchen.

Er und ebenso sein Oberarzt Dr. Thomas Röder, - den ich rechtherzlich begrüße - habe ich zu verdanken, dass ich – trotz meines desolaten Gefäßzustands – immer eine Lebensader – schließlich aus Kunststoff operiert bekam. Die Garantie für eine effektive Dialyse, für eine lebenslange Dialyse.

Nun ist Prof. Brittinger ist auch schon 6 Jahre in Pension.
Ich hatte mit Prof. Brittinger letzte Woche telefoniert. Er erzählte mir, dass es ihm gesundheitlich nicht so gut gehe, und er würde alle offizielle Anlässe absagen. Aber er hat den Wunsch geäußert, dass Beate und ich ihn in Neckargemünd besuchen soll und wünscht mir ein gutes Gelingen heute für meine Feier.

Dr. Thomas Röder

Wie schon eben erwähnt, freue ich mich, dass ich Dr. Thomas Röder heute auf meiner Feier begrüßen darf. Er hat einige Jahre als Oberarzt mit Prof. Brittinger in Neckargemünd am Operationstisch gestanden.

Meistens wurden bei mir in der Nacht die schwierigen Shunts revidiert oder angelegt. Meine letzte Operation bei Prof. Brittinger war 2004. Dr. Röder ist nun seit Jahren Leiter des Shuntoperationzentrums in Blankenhain bei Weimar. Uns verbindet nicht nur unser Vorname, nein sondern auch Sympathie und natürlich das Thema Dialyseshunt. Herr Dr. Thomas Röder veranstaltet schon seit einigen Jahren das Kompaktsymposium Dialyseshuntchirurgie, an dem Shuntchirurgen aus ganz Deutschland Vorträge sich anhören und über Erfahrungen diskutieren.
Dr. Röder vertritt die Meinung: Für eine erfolgreiche Dialyseshuntchirurgie ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Ärzten - Nephrologen, Shuntchirurgen, Anästhesisten und Intensivmedizinern - und insbesondere dem Patienten als Hauptperson unabdingbar.
Wir Patientenvereine fordern dies schon lange, aber in der Praxis sieht das eher nicht so aus.

Wir sehen uns nächstes Wochenende wieder bei seinem Patientenshuntseminar, an dem ich einen Vortrag halte. Vielen Dank, dass Sie heute hier sein konnten. Da ich mich sehr für die Qualität und die Wichtigkeit unserer Lebensader – also der Dialyseshunt - bei meinen Mitpatienten einsetze, pflege ich Kontakte zu vielen Shuntchirurgen in Deutschland. Ich informiere durch Infoletter im Internet, durch eine Dialyseshunt-Homepage im WWW, durch kleine Aufklärungsbroschüren, durch Zeitungsartikel und durch Vorträge bei meinen Mitpatienten über die Wichtigkeit ihrer Lebensader.

In dieser Funktion lernte ich Herrn Prof. Krönung kennen.

Prof. Dr. G. Krönung

Meine lieben Gäste, ich freue mich einen weiteren Shuntspezialisten hier begrüßen zu dürfen.

Jeder Hämodialysepatient, der sich mit seinem Shunt beschäftigt und regelmäßig unsere Foren bzw. Zeitung liest, jede Dialyseschwester, die ihre Fachzeitschrift durchblättert oder bei einer Fortbildung teilnimmt, jeder Nephrologe, der einen Patient betreut, der schlechte Aussichten auf einen Shunt hat, jeder Shuntchirurg, der an seine Grenzen stößt, kennt Prof. Krönung (zumindest seine Bücher, seine Abhandlungen über Shunts oder die berühmte und interessante Shuntecke in den Fachzeitschriften.)

Ich schätze nicht nur seine Arbeit, sondern seine menschliche und freundliche Art, wie er mit seinen Patienten umgeht, das ich gerade diese Woche erleben durfte.

Dr. Franziska Frizen

Eine Bereicherung in Prof. Krönungs OP und seiner Praxis ist seit Dezember 2009 seine Oberärztin Frau Dr. Franziska Frizen.

Ich freue mich wirklich, dass sie auch heute hier ist.

Zu ihr habe ich eine besondere Bindung. Nicht nur, dass ich Dr. Frizen sehr nett finde oder weil sie eine ausgezeichnete Gefäßchirurgin ist, sondern weil wir vor einigen Tagen gemeinsam etwas zu Stande gebracht haben, was heutzutage in unserer Gesellschaft leider nicht so üblich ist.

Wir haben einer jungen russischen Dialysepatienten, deren Shunt in einem miserablen Zustand war, die Möglichkeit geboten, nach Deutschland zur Shunt OP zu kommen. In ihrem Land hätte sie keine Chance gehabt, weiterhin über ihre Lebensader dialysieren zu können.
Prof. Krönung und Frau Dr. Frizen haben Natasha - so ist der Name der jungen russischen Patientein - erfolgreich wieder eine punktierbare und laufende Lebensader aus ihrer Vene gebastelt. Vielen Dank noch mal für die kostenlose Operation und stationäre Betreuung, liebe Frau Dr. Frizen, und vor allem aber für die freundliche und nette Art, die sie Natasha entgegen gebracht haben.

Dirk Wachsmann

In diesem Zusammenhang bedanke ich mich auch dem Verwaltungsleiter des KfHs, Herrn Wachsmann, der es ermöglichte, dass Natasha die notwendigen Dialysebehandlungen in Wiesbaden nach der Operation bekam.

Schön, dass Sie Zeit gefunden haben, heute hier zu sein.

"Dieser Weg ist hart!" Dies sind Worte von Prof. Dr. Zeier aus Heidelberg.

Der Weg bis heute war für mich und meine Familie natürlich nicht immer einfach und oft gab es beschwerlichen Hürden zu überwinden. Heute kann ich sagen, bisher war es für mich ein lohnenswerter Lebensweg, trotz Höhen und Tiefen, Freud und Leid, Hoffen und Bangen.

Ich habe das bis heute nicht bereut: diesen Weg mit vielen Herausforderungen, mit vielen Ereignissen, mit interessanten Menschen, gemeinsam gehen zu dürfen. Leider haben schon viele meiner Wegbegleiter den Weg verlassen und sich verabschiedet. Sie haben diesen beschwerlichen Weg nicht geschafft.

Meine Eltern: Paul und Magdalena Lehn

Als Jugendlicher hatte ich – trotz der Dialysebehandlung – immer das Bedürfnis mich nicht zuhause einzuigeln, sondern etwas aus meinem Leben mit der Dialyse machen zu wollen. Ich bin meinen Eltern sehr dankbar, dass ich irgendwann, als ich alt genug war, mein eigenes Leben führen durfte. Und sich nicht an mich so geklammert haben, weil ich doch so krank war.

Sie waren und sind immer noch für mich immer da, wenn ich sie brauche.

Ich konnte als Jugendlicher eine Schulausbildung machen, was damals bei Dialysekindern nicht üblich war. Warum sollte der Junge in die Schule gehen, wenn er doch nur 2 Jahre zu leben hatte, bekamen meine Eltern 1970 zu hören. Sie überwanden viele Hürden und räumten Steine aus dem Weg, um mir mittels Hauslehrer eine Schulausbildung zu ebnen. Der Grundstock für ein sozial unabhängiges Leben. Meine Kindheit und Jugendzeit war - trotz meiner Erkrankung - lebenswert.

Dafür danke ich meinen Eltern, die immer für mich da waren und immer noch sind.

Mein Bruder Stefan Lehn und meine Schwester Annelie Stäb

Natürlich geht mein Danke auch an meine Geschwister. Ich denke da an meinen Bruder, der in der Anfangszeit meiner Erkrankung darunter zu leiden hatte, dass ich zur Dialyse mußte. Schön, dass Du und Petra gekommen seid. Vielen Dank für so vieles, was ich nicht aufzählen kann. Leider kann meine Schwester Anneli heute nicht da sein.

Mein Neffe: Michael Stäb

Meinem Neffen Michael möchte ich mich besonders danken. Er ist zur Stelle, wenn ich mal Hilfe benötige. Dafür herzlichen Dank.

Eltern von Beate: Karl und Martha Mayer
mein Schwager und Schwägerin: Alfons und Grazina Mayer mit Sohn Marcel

Meine Schwiegereltern und mein Schwager mit seiner Familie nahmen und nehmen auf meinem Weg eine wichtige Stellung ein. Wenn man sie braucht sind sie immer zur Stelle. Ich denke, nach 26 Jahren Ehe, sind sie immer noch zufrieden mit ihrem Schwiegersohn und Schwager. Vielen Dank für alles.

Tante Betty Jouaux

In der Zeit, als es mir vor der ersten Bauchfelldialysen in Mainz (Juni 1970) so schlecht ging, hatte ich viel Hilfe von meinem Patenonkel und meiner Tante Betty Jouaux. Dafür vielen Dank und dass Du heute hier sein kannst.

Ute Deister

Ich freue mich, dass meine Cousine Ute Deister, stellvertretend für ihre Familie, hier ist. Sie waren für mich da, immer, als ich immer in Heidelberg im Krankenhaus lag. Ute hat mich häufig besucht, da sie in Mannheim wohnt. Wenn meine Eltern keine Zeit hatten oder verhindert waren, mich im Krankenhaus in Heidelberg zu besuchen, war die Familie Deister für mich da.
Mit Ute bin ich oft am Neckar oder im botanischen Garten spazieren gegangen. Sie und ihre Brüder Bernhard und Paul waren für mich wie Geschwister, und Ich wusste, es war jemand für mich da, wenn es mir schlecht ging oder ich Heimweh hatte. Ute hat mich immer auf andere Gedanken gebracht und dadurch sicher auch für meine schnellere Gesundung beigetragen.

Joop Stravers

Meine Eltern fuhren mit uns Kinder jedes Jahr in Urlaub, denn die Ärzte sagten, Luftveränderung ist gut für mich und meine Blutbildung.

Meine erste Urlaubsdialyse war 1971 in Amsterdam. Für die damalige Zeit war das fast unmöglich und völlig ungewöhnlich, in einem anderen Dialysezentrum zu dialysieren und dann noch in einem anderen Land.
Das machte Joop Stravers, der heute auch hier ist, möglich. Er war der erste Dialysetechniker in der Heidelberger Kinderdialyse und sicherlich einer der ersten Dialysetechniker in Deutschland. Wir verstanden uns sehr gut, so dass sogar durch diese Freundschaft auch eine Freundschaft zwischen unseren Eltern entstand. Meine erste Urlaubsdialyse war wie gesagt 1971 in Amsterdam.
Später als ich älter war, fuhren wir einige Male über das Wochenende nach Holland. Einmal nahmen wir sogar eine Dialysemaschine mit. Wir stellten die Maschine auf nahmen sie an das Stromnetz und es machr peng und die Maschine war hin. Zum Glück konnte ich dann doch an einer anderen Maschine dialysiert werden.
Wir kennen uns jetzt 39 Jahre und haben uns niemals richtig aus den Augen verloren. Ich danke Dir für Deine Freundschaft.

Dr. Hans Tonnesen und Kornelia Tonnesen

Mein junges Leben haben natürlich auch meine Ärzte von damals geprägt, dazu gehören Dr. Uwe Ikinger und Dr. Hans Tonnesen. Zu Dr. Hans Tonnesen hatte ich Vertrauen; man konnte auch mal über Dinge reden, die man mit den Eltern nicht sprechen konnte oder wollte.

Einfach mal über Gott und die Welt reden und über bestimmte Themen, wie erste Liebe, das weibliche Geschlecht - genauer gesagt über Krankenschwestern - (es waren ja immer genügend Krankenschwestern um uns herum!). Da konnte ich Dr. Hans Tonnesen Löcher in den Bauch fragen.

Schließlich wurde aus dem Tommy irgendwann auch mal der Thomas. Mit Hans Tonnesen verbindet mich viel. Erstens fand ich damals seinen Ford Capri super, 2. er erklärte mir, dass das Leben trotz Dialyse auch lebenswert war 3. er holte mich damals aus vielen Krisen, weil wir darüber redeten und 4. wir hatten den gleichen Geschmack, wenn es um Krankenschwestern ging. Er hat meine damalige Lieblingsschwester Kornelia geheiratet.

Nein, im Ernst, ich habe viel von ihm gelernt und ihm habe ich zu verdanken, dass ich mich mit meiner Krankheit auseinandergesetzt habe und nicht die Dialyse an mir vorbei ging. Dr. Tonnesen ist schon immer ein Vorbild für mich gewesen. Seine medizinische Kenntnisse, seine Art, sein Humor und wie er mit seinen kleinen Patienten umging - immer gut gelaunt und freundlich - haben mir gut gefallen.

Zum Glück haben wir uns nie aus den Augen verloren. Ich war übrigens Trauzeuge, als er meine Lieblingsschwester Kornelia geheiratet hatte. Schön, dass Ihr Beide heute hier seid.

Prof. Dr. Uwe Ikinger

Leider konnte aus familiäre Gründen mein Freund und ehemaliger Dialysearzt aus den 70iger Prof. Dr. Uwe Ikinger nicht kommen. Er und Dr. Hans Tonnesen haben sehr meine Einstellung zu meiner Erkrankung geprägt.

Ann-Kristin Tonnesen

Ann-Kristin haben Beate und ich ins Herz geschlossen und lieb gewonnen, als sie einige Zeit bei uns gelebt hat. Sie machte ein Praktikum beim ZDF in Mainz. Sie kam heute Morgen aus Hamburg hier an. Schön, dass Du gekommen bist. Wir haben bestimmt nachher viel zu erzählen.

Ursula Rötter-Lober

Sie werden es kaum glauben, aber heute Abend habe ich einen besonderen Gast zu begrüßen: Schw. Ursula Rötter. Sie war einer der ersten Schwestern, die mich vor 40 Jahren dialysiert hatte und kennt mich somit von fast am Anfang meiner Dialysezeit.

Wir hatten uns ganz aus den Augen verloren und vor drei Jahren beim AFNP Kongress in Fulda stand sie an unserem Vereinsstand und nahm sich ein Manuskript mit einem Foto von mir (also ein Foto aus meiner Jugendzeit) in die Hand und sagte zu ihrer Kollegin: "Den kenn ich, das ist der Thomas Lehn. Den habe ich schon dialysiert! "

Ich blickte auf und sagte das bin doch ich! Die Freude war natürlich groß, nach so langer Zeit sich wieder zu sehen.
Jetzt geht sie bald in den verdienten Ruhestand. Sie ist immer der Dialyse treu geblieben und arbeitet bis heute in einer Dialysestation.

Schön, dass wir uns hier wieder sehen.

Dr. Günter Renschin und Frau Dr. Heide Köhler, Dr. Bärbel Dore Ueberschaer

1983 nahm mein Dialyseleben eine wegweisende Wendung und es sollte sich als beste Entscheidung für mein weiteres Leben sein. Ich war auf dem richtigen Weg.

Beate und ich wußten, dass es die Möglichkeit gibt, Dialyse zu Hause durchzuführen. Ich fuhr damals jeden 2. Tag nach der Arbeit nach Heidelberg zur Dialyse und kam nachts nach Hause. Ich sah Beate kaum noch, da sie im Hildegardis Krankenhaus im Schichtdienst arbeitete.

Wir wendeten uns an Dr. Heide Köhler und Dr. Günter Renschin vom KfH Dialysezentrum in Mainz. Nach dem ersten Gespräch waren Beate und ich einig: Wir machen Heimdialyse. Medizinisch betreut wurde ich von Frau Dr. Köhler. Wir lernten schnell, wie wir die Dialyse zu Hause durchzuführen haben. Als wir dann schließlich das erste Mal zu Hause dialysierten, war es ein neues Unabhängigkeitsgefüh. Wir hatten auf einem Schlag eine ganze Portion mehr Freiheit trotz Dialyse gewonnen.

Seitdem sind 27 Jahre vergangen, und ich habe in dieser Nierenersatztherapie die beste Therapie für mich gefunden.

Für meine Anliegen medizinischer und psychischer Art fand ich bei Frau Dr. Köhler immer den richtigen Ansprechpartner zu jeder Tages- und Nachtzeit. Ihr habe ich auf meinem langen Dialyselebensweg vieles zu verdanken, da Sie mich immer richtig beraten hat. Ich spreche da auch für meine Mainzer Mitpatienten.

Frau Dr. Köhler ist seit einigen Jahren in Ruhestand und geniest fernab von Nierenerkrankungen, Dialysemaschinen, Kapillarnieren und Dialysepatienten ihre gewonnene Freizeit.
Ich freue mich dass sie hier sind, obwohl Sie sicherlich als frisch gebackene Oma von Zwillingen nicht sehr viel Zeit haben.

Dr. Günter Renschin kenne ich mindestens genauso lang wie Frau Dr. Köhler. Er leitet nach ihrem Ausscheiden erfolgreich das KFH in Mainz, das z.Z. zu den größten Dialysezentren in Deutschland gehört. Dr. Renschin hat immer ein offenes Ohr, wenn ich Fragen habe oder es um meine Gesundheit geht. Im unterstehen noch 5 Neprologen, die gute Arbeit für uns Patienten leisten. Frau Dr. Ueberschaer vertitt ihre Kollegen, die heute nicht kommen konnten. Dr. Renschin und seine Kollegen sind unserem Verein: Dialysepatienten Mainz e.V. verbunden. Wir pflegen mit dem KFH in Mainz gute Kontakte.

Peter Reinemann

Ich freue mich, dass Herr Reinemann heute hier sein kann. Er hat damals die technische Seite meiner Heimdialyse geplant und mich jahrelang betreut. Noch heute ist er dem KFH bzw. der Tochtergesellschaft GML verbunden und bietet seine außergewöhnliche Erfahrung für das Qualitätsmanagement an. Ich will noch erwähnen, dass Herr Reinemann ein Dialysezentrum in Katmandu mit aufgebaut hat. Wie er mal erzählte, fliegt er jedes Jahr einmal nach Katmandu, um nach dem rechten zu sehen.

Vielleicht schaffen wir das mal mit nach Katmandu zu fliegen.

Natürlich bedanke ich mich bei meinen Technikern, besonders bei Herrn Schmitt, der die technische Seite meiner Heimdialyse instant hält.

Jörg Telcher

Ich freue mich, dass Herr Telcher heute hier sein kann. Ihn kenne ich nun schon einige Jahre. Er ist Produktmanager bei Fresenius Medical Care und gibt mir Tipps, wenn es um technische Belange geht. Danke, dass Sie kommen konnten.

Christa Chust und Rowitha Tengler

Im KfH Gesundheitszentrum Mainz werden die Heim-Hämodialysepatienten von Schw. Christa und Schw. Roswitha betreut. Sie können sich denken, dass es organisatorisch ein großer Aufwand ist, die Heimdialysepatienten zu betreuen. Sie leiten außerdem als führende Schwestern das KFH-Dialysezentrum. Ich schätze sehr ihren persönlichen, menschlichen und unkomplizierten Umgang. Ich fühle mich sehr gut betreut von meinen Schwestern. Ebenso ist die Arbeit der Techniker der GML auf hohem Niveau angesiedelt.

Eva Lambrich und Jan Mehring

Liebe Gäste, Sie glauben garnicht wie wichtig es ist, jemanden zu haben, der hin und wieder dafür sorgt, dass man weniger Muskelschmerzen hat. Meine Physiotherapeutin Eva Lambrich, danke ich, dass sie es immer wieder hin bekommt, dass ich mich nach ihrer Behandlung wohler fühle, weniger Spannungen in meinen Problemzonen im Schulter und Nackenbereich habe.

Die Wegweiser, nein, die unmittelbaren Begleiter, die mich emotional und sozial immer unterstützen und mit mir den Weg teilen, sind natürlich meine Frau, meine Familie und unbedingt meine Freunde. Und wenn man so lange diesen Weg geht, ist es oft so, dass man auch Freunde verliert, neue Bekannte kommen hinzu. In meinem Leben war es immer wichtig, soziale Kontakte zu halten und Freunde zu haben. Ich zog mich aufgrund meiner Krankheit niemals zurück, war immer integriert und nicht zurückgesetzt.

Aus diesem Grund freu ich mich meine langjährige Freunde vorzustellen:

Hans und Claudia Gross

Unsere Freunde Hans und Claudia Gross kennen wir schon nun 35 Jahre. Wir haben in unserer Jugendzeit einiges zusammen erlebt, hatten die gleiche Hobbys, und man hatte vieles gemeinsam unternommen. Wir waren zusammen zum Skifahren in Österreich oder zum Badeurlaub in Süd Frankreich oder saßen zum Quatschen manchmal nächtelang zusammen. Natürlich entfernten sich zeitweise unsere Wege, als Hans und Claudia eine Familie gründete oder vergrößerte, aber irgendwie verlor man sich niemals aus den Augen. Ich hatte auch nie das Gefühl von ihnen als Kranker angesehen oder behandelt zu werden. Vielen Dank für die Freundschaft.

Michael Lang und Galina Gibert

Die gleichen Worte richte ich an Michael Lang und seine Lebensgefährtin Galina. Wenn man Hilfe braucht, sind sie immer zur Stelle. Man braucht sich gegenseitig! Wir kennen uns schon fast 30 Jahre. Früher hatten wir fast jedes Wochenende mit Michael und seiner damaligen Lebensgefährtin Kerstin gemeinsam verbracht. Skiurlaube, Bootstoren (Michael hatte eine kleine Jacht) oder Städtetouren am Wochenende nach Hamburg, Köln, Paris oder London waren immer lustige Erlebnisse. Beate und ich denken häufig daran. Wenn die Zeit erlaubt, treffen wir uns. Galina und Michael sind gute Freunde, mit denen wir gerne zusammen sind.

Carmen Meyer

Ich arbeite schon 30 Jahre in der gleichen Dienststelle, wobei sich der Namen und die Organisationsart in dieser Zeit mehrfach gewechselt haben.
In dieser Zeit hatte ich einige Kollegen oder Kolleginnen, die mir mehr und weniger nahe standen. Aber Carmen Meyer, meine Lieblingskollegin, hat sich da vorgehoben: Mit Carmen Meyer hatte ich mehr als 10 Jahre meiner Arbeitszeit verbracht. Wir arbeiteten eng zusammen - nicht was Sie jetzt denken vielleicht denken - nein - wir hatten viel zu tun und trotzdem noch Zeit über private Dinge zu reden. Carmen hatte sich in unserer Zeit mit meiner Erkrankung beschäftigt und konnte mir genau sagen, wieviel Kalium in welchen Lebensmitteln vorhanden war. Sie ist in eine andere Dienststelle gewechselt, daher arbeiten wir nicht mehr zusammen. Aber wir telefonieren regelmäßig und ihr liegt sehr viel daran, dass es mir gut geht. Danke, dass Du gekommen bist.

Barbara Süper

Ich freue mich, dass ich auf meinem Lebensweg Babara Süper kennen lernen durfte. Sie ist meine Bereichsleiter seit vielen Jahren und stellvert. Dienststellenleiterin im Landesbetrieb Daten und Information Rheinland-Pfalz in Mainz. Frau Süper ist eine bemerkenswerte Chefin, die trotz der vielen Arbeit noch Zeit für ihre Mitarbeiter und deren Belange hat. Das findet man in unserer Arbeitswelt und in unserer Gesellschaft nicht sehr häufig. Dafür vielen Dank und natürlich, dass Sie auch heute hier sind.

Wenn man so lange seinen Weg geht, verliert man mal den Kontakt zu den Weggefährten. Dann kreuzen sie sich wieder und man bestreitet den Weg weiter gemeinsam.

Den gemeinsamen Weg mit meinen Weggefährten aus der Selbsthilfe und den Vereinen Dialysepatienten Mainz und den Jungen Nierenkranken Deutschland e.V. und auch gelegentlich mit dem Bundesverband Niere e.V. möchte ich nicht missen! Mir ist viel gelegen mit den Mitgliedern und Vorständen, die fast vollständig heute hier sind, gut zusammen zu arbeiten. Unsere Arbeit, unser Ehrenamt für alle Nierenpatienten. Dafür danke für die gute Zusammenarbeit.

Helmut Maas

Ich freue mich, dass Helmut Maas, Vorstandsvorsitzender der Niere Saar und seine Frau Annelie hier sind. Schön, dass Ihr meiner Einladung gefolgt seid.

Rainer Merz und Evelin Cupovic

Ebenfalls freue ich mich, dass Rainer Merz, Vorsitzender der Jungen Nierenkranke Deutschland und Evelin Cupovic (Vorstandskollegin) den Weg zu mir nach Mainz gefunden haben. Danke, dass Ihr gekommen seid.

Heike und Andreas Oschmann

Aus dem Osten unseres Landes begrüße ich Heike Oschmann, Regionalleiterin in Thüringen der Jungen Nierenkranke Deutschland. Sie ist nicht nur eine Vereinskollegin, sondern uns verbindet auch eine Freundschaft. Beate und ich sind wirklich froh, dass Du und Andreas heute gekommen seid.

Willi Koller und Martin Müller

Ich möchte alle Kollegen und Kolleginnen aus dem Vorstand der Dialysepatienten Mainz e.V., für die gute Zusammenarbeit und für die Freundschaft bedanken.

Besonders Martin Müller und Willi Koller, vielen Dank, dass wir gemeinsam schon vieles auf die Beine gestellt haben und immer zum Wohl der Nierenselbsthilfe. Ich verweise auf die vielen Seminare, die wir schon gemeinsam organisiert haben, kontroverse Diskussionen im Vorstand geführt haben, die unzähligen Stunden, an denen wir unseren Vereine bei Kongressen und andere Veranstaltungen präsentiert haben, für die Zeit, wo wir für die Organspendewerbung auf der Straße investiert haben und überhaupt die wertvolle Zeit mit Euch. Ich danke Euch für die gute Zusammenarbeit im Ehrenamt und für Eure Feundschaft.

Christian Frenzel

Ich freue mich, dass Christian Frenzel hier sein kann. Herr Frenzel ist Geschäftsführer des Bundesverbands Niere e.V. und vertritt in vielen Gremien und Ausschüsse die Interessen der Dialysepatienten Deutschland. Wir kennen uns mittlerweile recht gut. Als nicht betroffener Nierenpatient kennt er sich sehr gut aus mit den Belangen der Dialysepatienten. Vielen Dank, dass Du gekommen bist.

Leider konnte Peter Gilmer, erster Vorsitzender des Bundesverbands Deutschland e.V. aus gesundheitlichen Gründen heute nicht hier sein.

Entschuldigt bitte, wenn ich jetzt jemanden nicht genannt habe. Jeder, der heute meiner Einladung gefolgt ist, hat mir in irgendeiner Weise geholfen, mit mir diesen Weg zu gehen bzw. zu erleichtern. Sie sind lebende Wegweiser und dafür will ich mich bedanken.

"Ein harter Weg, der Anerkennung verdient und zum Nachdenken anregt."

Letztendlich ist das Gehen das Ziel, nicht das Klettern zum Berggipfel ohne angeseilt zu sein. Jemand zu haben, der den Weg mit einem wandert und das Seil sichert, wenn der Weg mal steil und schwierig wird, ist etwas unbeschreiblich Schönes und Einmaliges.

meine Frau Beate

Dafür danke ich vor allem meiner Frau Beate, die in allen Lebenslagen zu mir gestanden hat und steht. Sie macht mein Weg sicherer und lebenswerter.

Leben mit der Dialyse ist nicht einfach. Jeder Betroffene muss selbst den Weg finden, der zum eigenen persönlichen Bergipfel führt. Es darf kein Umweg zu weit sein, kein eigener Berg ist verloren, auch wenn man Stolpersteine in den Weg gelegt bekommt. Es ist eine Berg- und Talwanderung und manchmal eine Gradwanderung.

Somit steht für mich fest, ich werde - so Gott will - mit Beate und Euch und mit der Dialyse meinen Lebensweg weiter bis zum Ende gehen.

Einige meiner Geschichten und Artikeln, die ich geschrieben habe, habe ich in einem Buch veröffentlicht. Leider ist das Buch nicht rechtzeitig zu meinem 40. Dialysejubiläum gedruckt worden, sodass ich Ihnen nur ein Manuskript zeigen kann.

Vielen Dank.

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